Chronik - Die Konditorei
im Wandel der Zeit Am 23. Februar 1844 erwarb der Bäckermeister Gustav Zieger das Grundstück An der Frauenkirche 2 ( heute Bäckerei Dießner ), um hier eine Feinbäckerei zu eröffnen. Schon 12 Jahre später wechselte er jedoch in das am 26. Juni 1856 erworbene Grunstück Rote Stufen 5 über, wo er sich seiner besonderen Neigung entsprechend auf das Konditoreihandwerk festlegte, zunächst noch verbunden mit Pfefferküchlerei. Dieser Wechsel in den bis 1846 bestandenen Sonderrechtsbezirk der Freiheit, wo jegliches Gewerbe verboten war, spricht ebenso für die Tatkraft wie die gewählte Lage am Burgberg, malerisch in mittelalterliches Hausgefüge eingeordnet, für einen heimatverbundenen Sinn. Beide Eigenschaften prägen seitdem den Familienbetrieb. So wurde tatkräftig bis 1914 auf den umliegenden Märkten Pfefferkuchen vertrieben und von 1866 bis 1944 zusätzlich der Erfrischungsraum des Stadttheaters bewirtschaftet, zugleich Café und Weinstube - unter Arno Zieger, Inhaber der 2. Generation ab 1893, modernisiert - zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Vereine. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Deutsche Keramische Gesellschaft, weltweit bekannt durch Firmen wie Villeroy & Boch, Teichert sowie Dr. Lehmann. Die Kontinuität familiärer Handwerkstradition konnte auch nicht durch die von 1945 bis 1953 verfügte Schließung wegen angeblicher Rolle als NSDAP-Gründungslokal unterbrochen werden. Vielmehr begann 1953 mit der Übernahme des ehemaligen Restaurants “Markgraf”, Hohlweg 1, Gustav Zieger jun., Inhaber der 3. Generation seit 1927, einen neuen Aufschwung, der trotz widriger Zeitumstände 1968 von seinem Sohn Frank Zieger bis in unsere Zeit weitergeführt wurde. Nachdem 1968 die Backstube indas einstige Café verlegt und 1953das alte mit dem neuen Grundstück baulich vereinigt worden war, wurde mit der Eröffnung einer Filiale in der Marktgasse 13 am 4. Mai 1993 und der Modernisierung des Cafés im Jubiläumsjahr neuen Ansprüchen Rechnung getragen. Wie sehr das dem Zeitgeschmack entsprach, bewiesen zu DDR-Zeiten Beehrungen durch Rainer Süß oder Katja Ebstein, seit der Wende Besuche aus Partnerstadt und Partnerkreis und Kurt Biedenkopfs. Denn nur der kennt Meißen, der auch Ziegers sächsischen Kuchen und zerbrechliche “Fummel” kennt, die auf eine Anordnung Augusts des Starken von 1710 zur Kontrolle trinksüchtiger Boten oder gar auf ein klösterliches Gebäck zurückgehen soll. Auf jeden Fall aber ist sie zu einem Markenzeichen der Konditorei Zieger geworden, deren Alleinhersteller sie seit 1966 ist und worin sich Handwerkskönnen mit traditionellem Sinn symbolisiert, wie es Dirk Zieger in 5. Generation fortführt. |